Achtsamkeit = bewusstes Vergegenwärtigen


Ohne Achtsamkeit entgeht uns die Vollkommenheit des Augenblicks

Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir in der Zukunft oder in der Vergangenheit,

sowohl gedanklich als auch emotional...

üblicherweise unbewusst und unbemerkt:

Beim Frühstück denken wir ans Mittagessen,

beim Start in die Ferien fürchten wir den letzten Urlaubstag,

bei der Arbeit sehnen wir den Feierabend/die Rente herbei, etc.

Selten sind wir mit Körper, Gefühl und Geist im Einklang, sprich gleichzeitig anwesend:

in der Regel nur in den ach so flüchtigen Glücksmomenten,

sowie in Schmerz-, Schock- oder sonstigen Überraschungsmomenten.

 Die Rutschbahn aus dem Hier und Jetzt heraus,

der Fluchtweg aus unserer Mitte heraus in die Ablenkung des "Außen"

gleicht einer Autobahn.

 

Die meisten Menschen schlafen ihr ganzes Leben

 und wachen erst auf, wenn sie sterben.

 

Das ist traurig, aber wahr. Warum ist das so?

Weil wir uns üblicherweise erst in (lebens)bedrohlichen Phasen oder am Lebensende die wichtigsten Fragen stellen.

Weil wir oft erst in der Retrospektive einen klaren Blick auf unser Leben haben:

Auf die verpassten Chancen/gemachten Fehler,

auf die Kreuzungen und Gelegenheiten zum Abbiegen,

auf die Versäumnisse, un-gelebten Wünsche und Sehnsüchte… 

 

Warum fällt es uns so schwer, im Hier und Jetzt zu verweilen?

Weil uns unsere technischen Errungenschaften dazu verführen,  immer schneller leben.

Weil uns unsere selbstgebastelte, leistungsorientierte Gesellschaft voller Neid, Eifersucht und Konkurrenzdenken umgibt und antreibt,

in der wir nichts verpassen wollen und Syndrome wie "Burnout" erfinden mussten,

um unsere extreme, feurige Leistungsfähigkeit zu beweisen

(die nicht selten unsere darunterliegende Sehnsucht nach Ruhe und Trägheit verdeckt). 

Weil wir uns in freien Momenten lieber mit allem (Anderen) ablenken, was greifbar ist,

anstatt uns mit unserer inneren Welt auseinanderzusetzen.

Weil wir Angst vor Langeweile und vor dem Tod/Sterben haben.

Weil wir uns eigentlich immerzu im Überlebens-Modus befinden.

Weil es Mut braucht, der Wahrheit ins Auge zu sehen.

 

Das Hier & Jetzt ist die einzige Zeit, die uns für das Er-Leben zur Verfügung steht!

 

Wie viel (Über)Lebens-Zeit wir üblicherweise damit verbringen, dem jetzigen Augenblick zu "entfliehen"

und wie viel Energie wir für diese Flucht ver(sch)wenden ist kaum zu ermessen.

Wenn wir nicht sorgfältig und liebevoll auf uns acht geben, bleiben wir lebenslang Sklaven unseres mächtigen Antreibers,

unserer Ego-Gewohnheitsstruktur, unseres Motors, der alle Hebel in Bewegung setzt,

allen voran unsere rasenden Gedanken, um uns wegzubeamen, wegzuträumen, wegzuzocken ... weit weg von uns selbst. 

 

Doch wir haben jederzeit selbst die freie Wahl,

 

 inne zu halten und uns auf das aktuelle Geschehen voll und ganz einzulassen,

uns davon berühren und überraschen zu lassen,

offen zu bleiben für die innere Wirkung des Geschehens,

egal ob angenehm, unangenehm oder neutral,

in Voll-Kontakt mit dem Moment zu bleiben, bis er von alleine wieder vergeht.

Wir haben die Wahl, wahrhaft mutig zu sein, um diesen Moment der Stille auszuhalten,

der so sehr gegen das Gesetz unserer Gewohnheiten verstößt.

Wir haben die Wahl, unser Leben dadurch leichter und freudvoller zu gestalten!

Wir haben die Wahl, aus schwarz-weiß bunt zu machen!

Wir haben die Wahl, Klarheit, Gelassenheit und natürliche Lebendigkeit in unser Leben einzuladen!

Ehrlich.

Wirklich.

 

Leben Sie schon oder überleben Sie noch??