Über Annette & Karo 9


Null bis 45

Geboren und  als "Sandwich" zwischen 2 Schwestern aufgewachsen bin ich in Heidelberg. Ich liebe diese Stadt! Meine Kindergartenzeit hätte definitiv spannender sein können, am liebsten hätte ich das letzte Jahr übersprungen, um so früh wie möglich "was Gescheites" zu lernen ... Neugier nennt man das. Meiner Grundschullehrerin war ich sehr lange böse, als sie mich auf die Realschule "verbannte", während meine Freundinnen und meine jüngere Schwester aufs Gymnasium "durften" ... Neid nennt man dies. Natürlich gab ich mein Bestes, um es allen zu beweisen und nach der 10. Klasse auf ein allgemeinbildendes Gymnasium wechseln zu können, was ich dann auch tat: Bio und Chemie Leistungskurs, Abi mit einer 1 vor dem Komma ... Ehrgeiz, ein doofes Wort. Nun hätte ich z.B. Psychologie studieren können, doch stattdessen hörte ich auf meinen Stiefvater: "Mach doch erst mal eine Lehre. Such dir was Solides aus." Ich lernte also Bankkauffrau und arbeitete mich als Kundenberaterin bis zur Filialleiterin empor. Soweit so gradlinig.

Nach 10 Jahren gab ich diesen Beruf auf, um eine Familie zu gründen. Eine sehr gute Entscheidung! Drei wundervolle Söhne hat mir das Leben geschenkt ... Glück nennt man es.

Nun war ich also Tochter, Schwester, Mutter, Ehefrau ... Kindermädchen, Köchin, Hausfrau ... und zum "Ausgleich" half ich meiner Mutter in Ihrem Modeladen sowie meinem damaligen Mann in seiner Firma ... angepasst und loyal könnte man es nennen.

 

Damals war ich nicht sehr achtsam mit mir selbst, ich funktionierte zwar zuverlässig, doch bemerkte ich nicht, dass ich mich mit jedem Lebensjahr weiter von mir selbst entfernte. Rückblickend betrachtet erscheinen mir diese Zeiten leer und langweilig, trotz aller dankbaren Erinnerungen. Das erschütternde Résumé meiner ersten 38 Jahre lautet also: das Leben hat weitaus mehr mich gelebt, als ich mein Leben ... Hamsterrad nenne ich das.

Dies änderte sich erst, als ich zum dritten Mal Mutter wurde. Es begann ein stetiger, schleichender Prozess des Wandels, eines (dringend) notwendigen "Für-mich-Sorgens" und damit wesentliche Schritte in Richtung mehr Achtsamkeit, Bewusstsein und Selbstreflektion.

Wie bestellt schickte mir das Leben heftige Beziehungskonflikte und tiefe emotionale Krisen, um mich erbarmungslos mit mir selbst zu konfrontieren ... wie man das wohl nennt?

 

Wie auch immer, das Ende vom Lied war eine berufliche & private Kehrtwende:

 

45 bis heute

  • 2011-2013 Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie bei Ann-Uta Beißwenger, Zentrum Buddhas Weg, Siedelsbrunn
  • 2014 Prüfung und Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde durch das Gesundheitsamt Kreis Bergstraße
  • 2012-2014 Weiterbildung in Buddhistischer Psychologie bei Ann-Uta Beißwenger, Zentrum Buddhas Weg, Siedelsbrunn
  • 2014 Weiterbildung in Kurzzeit-Psychotherapie und Hypnotherapie, Institut für Kommunikation und Gesundheit, Bad Homburg
  • Herbst 2014  Eröffnung meiner Heilpraktiker-Praxis in Schriesheim
  • 2013 - 2018  regelmäßige Supervisionen und psychologische Weiterbildungen, insbesondere Teilnahme an:
    • Systemischen Aufstellungen (Familien, Generationen, Persönlichkeitsanteile, Krankheiten, etc.) in Siedelsbrunn und Frankfurt/Main
    • Workshops mit schamanisch-psychologischer Ausrichtung, Ffm und Kassel
    • Natur-psychologische Veranstaltungen und Ritualarbeiten: Externsteine, Habichtswald und Helfensteine
  • weitere Erfahrungen und Inspirationen:
  • 11-tägiges, therapeutisch begleitetes Schweige-Retreat
  • seit 2003 Wirbelsäulen-Training, Chi Gong, Zen-Gymnastik, Intensive-Yoga & Body-Art
  • 2013 - 2020 Eigentraining und konzeptionelle Weiterentwicklung der Meridian-Gymnastik nach Hannelore Fischer-Reska
  • seit 2016 Spiritualität während der Rauhnächte (21.12. - 3.1.)
  • seit 2017 Eigenstudium: Die Wirkung der Mondkräfte auf das (weibliche) Unbewusste
  • seit 2019 Ehrenamt: Gespräche und Begleitung von Menschen im Seniorenhaus
  • seit 2020 Entwicklung von grenzüberschreitenden/verbindenden Therapiekonzepten 

Heute bin ich eine Frau, die sich dankbar und demütig vor ihrer Biographie verneigt. Wunderbare menschlichen Begegnungen haben mein Leben reich gemacht und tun es an jedem neuen Tag. Meine Kreativität und Selbstwirksamkeit sind geweckt. Dank der leidvollen Momente durfte ich lernen, was die Kunst des Lebens ausmacht: es nicht kontrollieren zu wollen oder sich ihm zu widersetzen, wenn es gerade mal ungemütlich wird,  sondern: sich vom Leben mit offenem Herzen erwischen und überraschen zu lassen, in den Rhythmus des eigenen Lebens zu vertrauen, auch wenn es manchmal weh tut: den Schmerz aushalten, ohne ihn zu übertreiben/mit Selbstmitleid zu belegen, ohne ihn zu ignorieren oder zu verdrängen. Ich durfte einsehen, dass es darum geht, die Verantwortung für das eigene Glück selbst mutig in die Hand zu nehmen anstatt sie Anderen zu aufzubürden bzw. ihnen Schuld an der eigenen Unzufriedenheit zu geben... jeden Tag aufs Neue zu er-leben... Sinnhaftigkeit zu (emp)finden... Freude & Leichtigkeit in das Leben einzuladen sowie das eigene Potential/die eigene Kraft zu entfalten... um am Ende des Lebens ganz sicher zu wissen, wozu man/frau/ich eigentlich hier war.

 

Warum meine Praxis Karo 9 heißt:

Spielkarten in den Händen halten, mischen, verteilen, los geht's.

Mein Vater hat mir die Freude am Kartenspiel übertragen und mir seine Skatkarten hinterlassen.

Kartensymbole üben eine Faszination und eine Kraft auf mich aus.

Ich beschäftige mich mit der Tradition des Kartenlegens und Kartenlesens.

Die Karo9-Karte fiel mir in die Hände, als ich auf der Suche nach einem Namen für meine Praxis war.

Sie ist die Karte der Überraschung.

Konkret steht sie das unerwartet Erfreuliche, eine plötzliche Besserung.

Sie symbolisiert zugleich auch die innere Wende die wir in jedem Augenblick nehmen,

in dem wir den kleinen Dingen des Alltags (mehr) Beachtung schenken.

Sie lädt uns dazu ein, uns auf das Leben einzulassen, dem Fluss des Lebens zu vertrauen.

Diese Symbolik trifft den Kern meiner Lebens- und Praxisphilosophie.

 

Danke

  • Allen Menschen, ob nah oder fern, die mir in meinem Findungsprozess mein wahres Ich spiegeln und gespiegelt haben, allen voran meiner Familie und meinen Freunden als Weg-Weiser*innen, Inspirations-Geber*innen und Lehr-Meister*innen.
  • Allen weiteren Lehrer*innen, hier insbesondere:
  • Annette Boner, für Dein Zen, Yoga and more.
  • Maria Flach für Dein "Nadeln", Dein Verständnis und Dein Selbst-Fürsorge-Training.
  • AnU, für all Dein Wirken, die Zeit(en), Räume, genialen Ideen sowie Deiner Durchdringlichkeit!
  • Lama Migmar Tseten, für die Weihe, den tiefen Segen und das Lösen meiner Tränen.