Buddhistische Psychologie


= Hauptquelle meiner psychologischen Denk- und Arbeitsweise 

= eines der sogenannten Humanistischen Verfahren in unserer bunten Psychotherapie-Landschaft

= ein Begriff, der sehr widersprüchlich klingt und daher immer wieder Fragen aufwirft:

z.B.:

Nein, sie hat nichts mit Religion, sondern viel mehr mit Philosophie und Geisteswissenschaften zu tun.

Nein, Sie müssen keine Buddhistin/kein Buddhist sein oder werden, um sich von mir psychologisch begleiten zu lassen.

Ja, sie hat sehr alte Wurzeln und die Kraft, eine Mehrdimensionalität in die westlichen Therapieansätze zu bringen und vorhandene Absolutheitstendenzen sowie Schubladendenken aufzuweichen.

 


Ein kleiner Einblick

 

Menschsein bedeutet naturgemäß Wandlung durch Bewegung sowie Reifung und Entwicklung durch Erfahrung.

Das Leben scheint uns mitunter schicksalhaft, willkürlich und ungerecht und üblicherweise suchen wir für unser subjektives Leiden Schuldige im "Außen". Wir erkennen nur schwer, dass es einen Unterschied gibt zwischen unvermeidbarem Leid (Krankheit, Alter und Tod) und einem selbst produzierten, vermeidbaren Leiden.

 

Die buddhistische Lehre unterscheidet drei Wurzeln des Unheilsamen, die als Quelle des (vermeidbaren) Leidens gelten:

 

Von Grund auf täuscht sich der Mensch: er trägt falsche Ansichten und Überzeugungen in sich, insbesondere über sein eigenes Selbstbild und die Unbeständigkeit aller "Dinge" = Unwissenheit (auch Verblendung genannt) 

Darüber hinaus denkt, fühlt und urteilt er stets in 2 Extremen: gut und schlecht, angenehm und unangenehm.

Vom Angenehmen will er (noch) mehr = Anhaftung = Gier

Unangenehmes will er nicht (mehr) haben = Ablehnung = Hass

 

Diese 3 geistigen Faktoren/Energien sind einfach überall vorhanden und vergiften von Grund auf unser menschliches Denken, unser Fühlen, unsere Sprache und Taten, unsere unbewussten Gewohnheiten und sogar unsere gesamte (subjektive) Wahrnehmungswelt.

Dadurch verursachen sie jenes unnötige, vermeidbare Leid(en), das sich in Unzufriedenheit, Stress etc. äußert und zwar: zuallererst ganz individuell in jedem Einzelnen … niemand ist daran "schuld".

Es gilt also, sich dieser geistigen Faktoren im eigenen Leben zunächst bewusst zu werden, um sie anschließend wertfrei für sich selbst annehmen zu können, sprich ohne daran anzuhaften oder sie abzulehnen ... nicht leicht, aber durchaus "machbar".

 

Denn der Mensch trägt sein "Handwerkszeug" in sich: er ist in der Lage, an sich selbst zu "arbeiten", zu reflektieren, zu hinterfragen und seine innere Haltung z.B. seinem Leid(en) gegenüber zu verändern, indem er sich um mehr Bewusstheit bemüht. Dies ist schließlich unser großer Vorteil im Unterschied zu den Tieren. Insofern ist es Geschenk und verantwortungsvolle Aufgabe zugleich, als Mensch auf dieser Welt zu sein.